Wenn ich den Urlaub Revue passieren lasse, möchte ich doch noch einmal ein wenig detaillierter auf die Wanderung vom Tegelberg (Bergstation) zur Marienbrücke eingehen.
Zunächst ging es mit der Tegelbergbahn den Berg hoch. Die einfache Fahrt kostet 9,- EUR, die Berg- und Talfahrt kostet 15 EUR (jeweils mit der Allgäu-Walser-Card). Die Fahrt selbst dauert ca. 10 Minuten und wer nicht schwindelfrei ist, sollte möglichst den Blick Richtung Berg richten und nicht zu sehr nach unten blicken. An der Bergstation angekommen, eröffnet sich ein tolles Panorama mit Blick auf den Forggensee und die angrenzenden Ortschaften. Zwei Minuten vom Ausstieg aus der Kabine kann man startenden Gleitschirm- und Drachenfliegern zusehen, die sich relativ todesmutig (in meinen Augen) in den Abgrund stürzen. Hier ergeben sich tolle Fotomotive.
Nun geht es zunächst zum etwas tiefer gelegenen Tegelberghaus, wo man zu fairen Preisen speisen kann. Am Tegelberghaus vorbei kommt man zur ersten Abzweigung, an der sich auch entsprechende Wanderwegweiser befinden. Ich halte mich rechts und gehe unter der Seilbahn durch. Man folgt zunächst drei Routen:
- Marienbrücke via Gelbe Wand (Gelbe Markierung)
- Marienbrücke (blaue Markierung)
- Talstation Tegelbergbahn
Einige Meter weiter erhält man einen tollen Blick auf den Branderschrofen des Tegelbergs. Mit dem Fernglas lässt sich beobachten, wie Wanderer diesen Gipfel erklimmen. Es empfiehlt sich definitiv festes Schuhwerk und eine gewisse Trittsicherheit.
Weiter geht es der Beschilderung und man gelangt zum ersten “Abstieg”:
An der sichtbaren Gabelung geht nach rechts der Weg zur Talstation Tegelbergbahn, welchen ich (kalauer!) links liegen liegen ließ. Ich folgte der weiteren Beschilderung der blauen Markierung. Nach einiger Zeit (ca. 10 bis 15 Minuten) geht nach rechts der Weg Richtung Gelbe Wand ab. Dieser Weg ist definitiv nur etwas für sehr geübte Wanderer und sollte auch nicht alleine gemacht werden. Ich hielt mich also weiter geradeaus.
Der Weg ist relativ leicht zu machen und man erhält immer wieder tolle Ausblicke auf das Tal und den Forggensee. Schon bald quert man erneut die Tegelbergbahn und erhält tolle Ausblicke auch auf die Gelbe Wand.
Nach einiger Zeit kommt man auf die Südseite des Berges. Hier ist der Wanderweg schon etwas weniger komfortabel als man es vielleicht als Flachland-Tiroler erwartet. Dennoch kann eigentlich jeder diesen Weg machen. Die Aussicht ist noch einmal etwas anders und manchmal muß man schon sehr auf den Weg achten. An einer Kurve nach rechts darf man sich dann auch gleich an einem Stahlseil festhalten, weil der Weg hier nicht breiter als ca. 50 cm ist und es gleich steil 200 Meter nach unten geht.
Mit wirklich sehr kleinen “Klettereinlagen” kommt man dann auch gut weiter. Einige Gratköpfe stehen dem interessierten Wanderer und Fotografen zur Verfügung, um tolle Aufnahmen von der Süd- und Nordseite des Ammergebirges (Neuschwanstein) zu machen. Nun hat man noch ca. 1,5 Stunden zu laufen (wenn man es gemütlich angeht und ab und zu auch mal stehenbleibt).
Irgendwann erreicht man dann die ersten Ausläufer der Marienbrücke – was man daran erkennt, dass das Schloß Neuschwanstein immer näher rückt und die Flip-Flop-Touristen etwas zahlreicher werden. Dennoch kommt dann doch relativ unvermittelt die Marienbrücke und nach ca. 3 Stunden in absoluter Naturidylle war ich doch von der plötzlichen Überfüllung etwas geschockt.
Nach einem wirklich sehr kurzem Aufenthalt auf der Marienbrücke – verbunden mit viel Geschubse und Sprachen aus allen Herren Ländern folgte ich zunächst dem Mainstream, um dann schnellstmöglich in die Pöllatschlucht abzubiegen. Schlagartig verringerte sich das Touristenvolumen und man hatte wieder ein wenig Naturgefühl. Ich nutzte die Gelegenheit, um meine Füße im kalten, klaren Wasser der Pöllat ein wenig abzukühlen und noch einmal kurz zu verweilen, bevor es an der alten Gipsmühle vorbei wieder zur Talstation Tegelberg ging.
Wer mehr erfahren möchte, dem kann ich auch einige Bücher empfehlen:








