GPS Geotagging: Tipps, worauf man achten sollte

Als ich kürzlich einige meiner Fotos geotaggen wollte, fiel mir auf, dass man doch auf einige Kleinigkeiten achten sollte, um den Workflow mit Lightroom zu vereinfachen. Hier sind die Tipps.

  1. Stelle sicher, dass die Kamera in der gleichen Zeitzone eingestellt ist, wie der Geologger. Der Geologger erhält seine Zeitangaben über den Satelliten. Das nachträgliche Einstellen von Zeitzonen kann ggf. über die Geotagging Software (z.B. myTracks) vorgenommen werden, wenn es um Sommer- oder Winterzeit geht. Bei myTracks z.B. funktioniert das über die Einstellungen und bei GPSPhotoLinker geschieht das direkt im Bearbeitungsfenster.
    Zeitzonen-Einstellung bei myTracks

    Zeitzonen-Einstellung bei myTracks

    Zeitzonen-Einstellung bei GPSPhotoLinker

    Zeitzonen-Einstellung bei GPSPhotoLinker

  2. Wenn man in eine komplett andere Zeitzone gereist ist, empfiehlt sich die Umstellung der Aufnahmezeit in den Fotos. Das ist nicht nur für das Geotagging notwendig, um die Zeitstempel zu synchronisieren, sondern auch, damit man später realistische Aufnahmezeiten erhält. Sonst werden womöglich Fotos bei strahlendem Sonnenschein als um Mitternacht aufgenommen angezeigt, weil die Zeiteinstellung der Kamera auf die Heimat ausgerichtet war.
  3. Nach dem Import der Fotos sollte man zunächst vor allen anderen Bearbeitungen sich um das Geotagging kümmern und die Geokoordinaten in die EXIF-Daten schreiben lassen. Der Grund: Sowohl in Lightroom oder anderen RAW-Verwaltungen werden Bearbeitungen am Bild in eine Datenbank geschrieben, die teilweise die EXIF-Daten als Grundlage nehmen. Bearbeitet man nun in zwei Programmen (Lightroom und z.B. myTracks) die EXIF-Daten der Fotos parallel, so kann es mitunter zu Verwerfungen kommen: Bearbeitungsschritte von Lightroom müssen noch einmal durchgeführt werden. Zu verhindern wäre dies über eine aufwändige Synchronisation der XMP-Filialdaten. Aber das würde eben auch mehr Aufwand bedeuten. Daher: Erst Geotagging, dann Fotoretusche in Lightroom.

Geotagging am Mac – vereinfachter Workflow für Digitalfotos

Mit der Software HoudahGPS lässt sich der von mir beschriebene und recht umständliche Geotagging Workflow drastisch vereinfachen. Das Programm ist ein Frontend zum GPS Babel und konvertiert eine Vielzahl von spezifischen GPS-Formaten in GPX, NMEA oder KML (Google Earth).

Das Programm spricht direkt mit dem Garmin Edge 305 über USB und speichert die für GPS PhotoLinker GPX-Datei direkt auf die Festplatte. Einfacher geht’s nicht mehr:

  1. Foto-Session durchführen und dabei den Garmin mitlaufen lassen. Dabei auf Synchronität zwischen Satellitenzeit und Kamerazeit achten.
  2. Garmin an den Mac anschließen. HoudahGPS starten.
  3. Datei auslesen und als GPX speichern.
  4. Daten und Fotos in GPS PhotoLinker laden und synchronisieren.

Der ganze Kram mit dem Editieren der exportierten Garmin Trainingscenter Datei und das Konvertieren über gpsies.com entfällt somit. Eine echte Erleichterung!

Geotagging am Mac mit Garmin Edge 305

Der Garmin Edge 305 eignet sich nicht nur als Fahrradcomputer, sondern auch als Instrument für das Geotagging von Digitalfotos. Eine Anleitung für Geotagging am Mac.

Folgende Dinge sind notwendig, um seine Digitalfotos mit Geokoordinaten in den EXIF-Daten zu erweitern:

  • Garmin Edge 305 (jedes andere GPS-Gerät wird es natürlich auch tun)
  • Die Freeware GPSPhotoLinker
  • Das Garmin Trainingscenter
  • Die Website www.gpsies.com oder eine vergleichbare Quelle, mit der man zwischen verschiedenen GPS Datenformaten konvertieren kann.
  • oder die Software GPSBabel

Vom TCX zum GPX

Zunächst installiert man sich die Software GPSPhotoLinker (einfach in das Programme-Verzeichnis vom Mac kopieren). Hat man das Programm geöffnet, gilt es eine GPX-Datei zu laden. Da der Garmin Edge 305 jedoch dieses Format von Haus aus nicht liefert, ist es zunächst nötig, den Track mit Hilfe von gpsies.com zu konvertieren. Dazu wechselt man in das Garmin Trainingscenter und exportiert den Track für die Weiterverarbeitung.

Dummerweise bietet die Macversion vom Garmin Trainingscenter nur die Möglichkeit, alle Trackdaten zu exportieren. Dies behinaltet sowohl die Historie, als auch die Trainings und Strecken. Im Ergebnis ist das exportierte File – je nach Aktivitäten – extrem groß, größer als von gpsies.com erlaubt (6 MB). In diesem Fall heißt es manuell Hand anzulegen und die TCX-Datei zunächst in einem Texteditor wie z.B. BBEdit zu öffnen und den überflüssigen Ballast rauszuwerfen. Dies muss sehr sorgfältig geschehen, denn wenn man zuviel löscht, kommt gpsies.com später mit der Datei nicht mehr klar. Die TCX-Datei ist dabei als XML angelegt und verfügt über Steuerzeichen, die an HTML erinnern. Dabei werden die “Menüstrukturen” des Trainingscenters in Tags abgelegt:

01bbedit_garmintracks

Sprich: Der Ordner Strecken wird im TCX-File mit “Courses” geöffnet und mit “/Courses” geschlossen. Dies trifft auch auf “Activities” und “Workouts” zu. Schon kann man überflüssige Teile entfernen, indem man alles, was zwischen den Tags liegt, markiert und entfernt. Dann kann man die Datei abspeichern und in der Regel liegt die Dateigröße dann deutlich unter dem gpsies.com Limit von 6 Megabyte.

Hat man die Dateihürde überwunden, kann man unter gpsies.com die Datei hochladen und als GPX exportieren.

TIPP:

Hier kann auch alternativ die Software GPSBabel ins Spiel kommen: Direkt aus dem Garmin Edge 305 lassen sich mit dieser Software die Daten auslesen und direkt in ein anderes Format speichern. Die Software ist einfach zu bedienen und läuft lokal auf dem eigenen Rechner.

GPSPhotoLinker

Die erzeugte GPX-Datei kann man nun ohne Probleme in den GPSPhotoLinker laden. Damit hat man dann den ersten Schritt abgeschlossen. Was nun noch fehlt, sind natürlich die Digitalfotos.

Einfach auf den Button “Load Photos” klicken und den Ordner mit den Digitalfotos auswählen. Die Fotos werden dann (auch als Pentax-RAW) im Vorschaufenster angezeigt.

Nun kann man die einzelnen Fotos anklicken und hat die Wahl der Qual zwischen “Preceding Track Point”, “Time weighted average point” und “Next track point”. Aus meiner Erfahrung heraus hat “Next track point” das beste Ergebnis gebracht. Wenn man sich nicht sicher ist, ob das die richtige Koordinate ist, kann man mit “View on map” die Ortsbestimmung auch in Google Maps vorher ansehen. Ist das Ergebnis zufriedenstellend, klickt man auf “Save to photo”. Damit werden die Metadaten um die Geodaten erweitert.

Tipp:

Man sollte vor der Fotosession überprüfen, ob Kamera und GPS-Empfänger auch exakt die gleiche Zeit haben. Ich habe mir beim Garmin Edge daher eine Einstellung geschaffen, wo ich die Satellitenzeit angezeigt bekomme. Mit dieser vergleiche ich die Uhr der Kamera und stelle den Wert ggf. nach. Dann gibt es auch später keine Probleme bei der Zuordnung.

Batch-Betrieb vom GPSPhotoLinker

Neben den Reitern “Standard” und “Manual” gibt es auch den “Batch”-Betrieb. Damit kann man größere Mengen an Digitalfotos mit den Geo-Daten versehen. Um möglichst nahe an den tatsächlichen Standort zu gelangen, sollte man noch die Parameter Entfernung und Zeit einstellen (letzteres besonders wichtig). So wird verhindert, dass Digitalfotos die falschen Geo-Koordinaten erhalten.


Test: Garmin Edge 305

Ich habe mir einen GPS-Empfänger von Garmin gekauft: Garmin Edge 305. Ein erster Erfahrungsbericht…

Seit neuestem habe ich einen Garmin Edge 305 für mein Rennrad im Einsatz. Das Gerät verfügt über eine Vielzahl von Funktionen und Meßdaten, die kontinuierlich während des Trainings aufgezeichnet werden. Neben den Bewegungs- und Raddaten (Geschwindigkeit, Trittfrequenz, Geo-Koordinaten) werden auch biometrische Daten wie die Herzfrequenz erfasst. Dazu muss man allerdings das Komplettpaket (Cadence & Heartrate) erwerben.

Die Zuverlässigkeit des Garmin Edge 305 ist sehr gut. Die Satelliten werden schnell erfasst und die Ortung ist sehr genau. Die Geschwindigkeitsangaben (satellitenermittelt) sind relativ ähnlich zu meinem Sigma BC 1400. Ebenso die Trittfrequenz. Manchmal gibt es jedoch in der Geschwindigkeit kleinere Sprünge (zwischen 1 und 3 km/h). Mein Eindruck ist, dass diese Sprünge immer dann entstehen, wenn man unter einem Blätterdach durchfährt. Da ich jedoch Rennrad und nicht MTB fahre, halte ich diesen Schwankungen für nicht gravierend.

Die Möglichkeiten reichen damit weit über die klassischen Radcomputer hinaus. Nachdem ich nun einige Strecken aufgezeichnet habe, nutze ich nun die Trainingsfunktion des Geräts intensiv. Hierzu kann man einen Kurs abfahren (das Gerät navigiert am aufgezeichneten Track entlang) und die zuvor gefahrene Durchschnittgeschwindigkeit wird dabei einem virtuellen Trainingspartner zugeschrieben. Am Gerät selbst kann man dann sehen, ob man vorne oder hinten liegt. Das motiviert schon ziemlich gut und gerade wenn es knapp wird, kann dabei auch Adrenalin freigesetzt werden. Man sollte allerdings dafür sorgen, dass die Geschwindigkeit des virtuellen Partners kontinuierlich ist. Ich habe beispielsweise aus einer Fahrt einen virtuellen Trainingspartner gemacht, bei der ich ca. 3 Minuten an der Bahnschranke stand. Das führt dazu, dass man bei späteren Trainingsfahrten beim Überqueren der Bahnschienen den Partner weit hinter sich läßt, der ja virtuell wieder 3 Minuten anhält. Eine Lösung ist da die Website gpsies.com (s.u.).

Alle Fahrten (und Läufe) können dann in der Garmin Trainingscenter Software vom Gerät auf den PC oder Mac übertragen werden. Das Trainigscenter verfügt über diverse Auswertungsfunktionen, wie z.B. die Trackdarstellung auf einer (sehr groben) Karte oder die Speicherung der Tempodaten, Trittfrequenz, Herzfrequenz, Steigung und Pace/min (also wie lange benötigt man, um einen Kilometer zu machen). Spannend wird es, wenn man die Trackdaten dann weiterverarbeitet.

Auf der Website www.gpsies.com lassen sich die Tracks vielfältig bearbeiten und weiterverwenden:

  • Suche nach Tracks aus der Region, um diese auf den Garmin Edge 305 zu spielen
  • Die Möglichkeit, die eigenen Track-Exporte in andere Formate zu konvertieren, z.B. in das KML-Format von Google Earth
  • Die Erstellung neuer Tracks am PC/Mac mit Hilfe von Google Maps, um diese dann auf das Edge 305 zu spielen.

Insbesondere die letzte Möglichkeit gibt einem die Möglichkeit, einen Track aus dem Garmin Trainingscenter zu importieren und die Geschwindigkeitsniveaus auf ein kontinuierliches Maß anzugleichen (z.B. 28,5 km/h). Die erstellten Tracks lassen sich dann als tcx-File wieder in das Garmin Trainingscenter importieren und von dort auf das Garmin Edge 305 übertragen.

Die Navigation während der Fahrt ist sehr einfach gehalten – aber genauso wirkungsvoll. Das Edge 305 hat keine Karten gespeichert, die die Tracks visualisieren. Vielmehr gibt es entweder eine Kompaßdarstellung, anhand derer man geführt wird (Pfeil zeigt die Fahrtrichtung und Richtungsänderung) oder man erhält eine “Karte”, auf der die Route als Linie dargestellt wird. Die Alltagstauglichkeit ist somit klar gegeben.

Nachteile habe ich bisher nicht wirklich entdeckt. Das Garmin Edge 305 ist ganz klar ein Radcomputer und daher nicht ganz so einfach ohne Fahrradhalterung mitzuführen. Ich werde mal in den nächsten Wochen nach einer geeigneten Tasche (Armband o.ä.) Ausschau halten. Ein zweiter Kritikpunkt wird wohl erst in der Zukunft zu einem Problem: Der Akku des Garmin Edge 305 ist fest verbaut und es sieht auch nicht danach aus, dass man den so einfach rausschrauben kann. Ob es einen Austauschservice für das Gerät gibt, ist mir derzeit nicht bekannt. Wer etwas weiss, kann sich ja mal bei mir melden.

Fazit: Das Garmin Edge 305 ist ein geniales Spielzeug für den ambitionierten Radsportler. Interessant wird es für mich sicherlich auch noch im Bereich Digitalfotografie, wenn ich anfange, die Trackpunkte mit den Fotodaten zu synchronisieren. Dann erhalten die Fotos in den EXIF-Daten noch die GPS-Koordinaten. So lassen sich einfach Fotos z.B. in Google Earth anzeigen (www.panoramio.com)