Reisefotografie

Fotosession in Groningen

Diesen Samstag ging es nach Groningen, eine der Partnerstädte Oldenburgs. Da durfte natürlich die Pentax K100D nicht fehlen. Neben den Märkten besuchten wir auch das Groninger Museum. Noch bis zum 2.12.2007 werden dort die Werke von Peter Struycken ausgestellt. Das Ergebnis dieses Ausflugs kann man in der Bildergalerie ansehen.

IMGP5873


|

Besuch in Arrecife / Lanzarote

Neben der geführten Nordtour unternahmen wir einen Halbtagesausflug nach Arrecife, der Hauptstadt Lanzarotes. Mit dem Bus kommt man ohne Probleme direkt in die Nähe des Zentrums. Direkt bei der Bushaltestelle ist bereits der weitläufige Stadtstrand zu finden.


Strand in Arrecife
Strand in Arrecife, im Hintergrund das einzige Hochhaus der Insel, ein Gran-Hotel

Man kann den Strand ganz entspannt entlanglaufen, Richtung Gran-Hotel und gelangt so auf die Promenade, wo häufig Märkte stattfinden und auch die Touristeninformation angesiedelt ist.

lanzarote (120 von 387)
Markt an der Promenade, im Hintergrund die Touristeninformation von Arrecife

Arrecife ist erst seit 1852 die Hauptstadt Lanzarotes und hat unsere Erwartungen an eine Stadt im kanarischen Kolonialstil nicht erfüllt. Vielmehr sind die Häuser alle jüngeren Datums. Wir wanderten also weiter an der Promenade entlang und genossen das strahlend blaue Wasser mit dem noch blaueren Himmel. Ideale Einsatzbedingungen für einen Pol-Filter, um die Stimmung genau einzufangen. Mit etwas Übung kann man so die Blautöne an den richtigen Stellen so verstärken, dass diese dann auch genauso auf dem Sensor der Digitalkamera ankommen wie sie in der Realität aussehen.

Weiter ging es zum Castillo de San Gabriel, welches im 16. Jhd. zum Schutz vor Piratenüberfällen gebaut wurde. Heute beherbergt es das archäologische Museum von Arrecife. Allerdings war es geschlossen als wir dort ankamen, was wohl an der Mittagszeit lag (Siesta).

Castillo de San Gabriel
Castillo de San Gabriel in Arrecife

Das Castillo wird über eine gemauerte Brücke erreicht und die Kanonen vor dem Eingang zeigen auf die Einfahrt zur Bucht. So kann man sich richtig gut vorstellen, wie es damals zur Sache ging, als sich Piraten ankündigten, die Stadt zu plündern. Nach diesem Abstecher begaben wir uns wieder Richtung Zentrum (Calle de Castilla y Leon). Dort setzten wir uns zunächst in ein nettes Straßencafe und wir tranken zwei frischgepresste Orangensaft - ein wahres Kontrastprogramm zu dem Fraß in unserer Drei-Sterne-Jugendherberge. Zu dieser Tageszeit war es ratsam, sich im Schatten aufzuhalten und es verwunderte nicht, dass man keine Einheimischen antraf - es war eben Siestazeit. Arrecife ist definitv keine Touristenstadt und so waren die Straßen dann auch relativ ausgestorben.

Wir drehten nach der Erfrischung weiter unsere Runde und steuerten zunächst das Einkaufszentrum der City an. Die oberen Etagen erreichte man nur über einen Fahrstuhl, allerdings nur, wenn diese auch in Betrieb sind. Dies war wohl zur Mittagszeit nicht der Fall. Das war schon ein kleiner Reinfall, den wir dann aber schnell verschmerzten. Hinter dem Centro Commercial lag eine kleine Binnenhafenanlage, die sehr idyllisch anzuschauen war (Aufnahmen mit dem Pol-Filter machen!)

Arrecife

Eine weitere Sehenswürdigkeit ist die Kirche Iglesia de San Ginés, ebenfalls sehr in der Nähe gelegen.


Iglesia de San Ginés
Iglesia de San Ginés

Iglesia de San Ginés


Größere Kartenansicht


Linktipps:
Lanzarote-Virtual.com
Wikipedia-Eintrag zu Arrecife
Hotelbewertungen zum Hotel Lanzasur (überwiegend zu Recht negativ)


|

Nordtour auf Lanzarote

Zu unserem Lanzarote-Urlaub zählte auch ein Ausflug mit einem lokalen Busunternehmen in den Norden der Insel (Nordtour mit Last Minute). Die Tour begann morgens um 8:30 Uhr, wo wir vor unserem Hotel (Lanzasur - nicht zu empfehlen) mit einem Kleinbus abgeholt wurden. Der Fahrer sprach wenig bis eigentlich gar nicht und wir wunderten uns schon, ob das nun unsere geführte Tour werden sollte. Wortlos holten wir noch ein paar Leute vom Nachbarhotel ab und dann ging es nach Puerto del Carmen, dem wohl größten Touristenort auf der Insel - auf dem Weg dorthin konnten wir schon eine der südlichen Sehenswürdigkeiten betrachten: Die Salinas del Janubio.

In Puerto del Carmen angekommen stiegen wir dann in einen sehr neuen und gepflegten großen Reisebus um, der natürlich auch klimatisiert war. Sehr positiv überrascht waren wir von unserer Reiseleiterin, die fließend deutsch und englisch sprach. Nachdem nun aus allen Orten die Teilnehmer eingetroffen waren, ging es los.

Zunächst fuhren wir Richtung Tías, der Gemeindehauptstadt der gleichnamigen Gemeinde (Puerto del Carmen ist jedoch die größte Stadt, nicht zuletzt wegen der touristischen Ausrichtung). Es ging weiter nach San Bartolome, welches mit Tourismus so rein gar nichts mehr zu tun hatte - und von daher auch deutlich "ursprünglicher" ist als die Küstenstädte. Viele Häuser sind nicht so auf Hochglanz gebracht und man erahnt, wie die Einheimischen tatsächlich leben. Da wir an einem Feiertag die Tour fuhren, waren die Geschäfte alle geschlossen und das Alltagsleben war nicht so gut zu beobachten.

Nördlich von San Bartolomé liegt in einem Kreisverkehr das Bauerndenkmal "Monumento al Campesino" von César Manrique. Dieses Denkmal ist aus Trinkwasserkanistern alter Fischerboote gefertigt und angeblich soll man einen Bauern mit seinen traditionellen Helfern, einen Esel und ein Dromedar erkennen. Bis auf das Dromedar habe ich mir das auch vorstellen können.

Die Tour führte uns weiter durch Teguise, wo jeden Sonntag ein bekannter Markt stattfindet. Wir überlegten, ob wir dort auch hinfahren sollten, nahmen aber schnell davon Abstand, als unser Reiseführer auf kilometerlange Staus der Mietwagenkolonnen hinwies, die jedes Mal zu erwarten seien. So dringend war das "traditionelle" Bedürfnis dann auch nicht.

Links und rechts der Straße sieht man immer wieder akurat abgesteckte Felder, die mit schwarzer Lava aufgefüllt sind. Unser Tourguide erklärte, dass dies die einzige Möglichkeit sei, überhaupt Landwirtschaft zu betreiben. Der Lavasand speichert das bisschen Morgentau, so dass man Zwiebeln und Kartoffeln anbauen kann. Die meisten Bauern jedoch betreiben die Landwirtschaft nur noch zur Selbstversorgung und arbeiten ansonsten in den Touristenorten, z.B. als Kellner.

Dann gelangten wir zu unserer ersten Pausenstation am Mirador de Haría. Von hier aus hat man einen tollen Blick auf die Ost-Küste der Insel und auf die Stadt Haría - etwas nördlich des Aussichtspunktes.

Mirador de Haria
Mirador de Haría: Blick auf die Ostküste und die typischen schwarzen Lava-Felder der Landwirte

Nach einem kurzen Aufenthalt mit der Möglichkeit, einen Kaffee zu trinken, ging es weiter über Serpentinen nach Haría, wo César Manrique seine letzten Lebensjahre verbracht hatte. Als er seine Villa in Taro de Tahíche fertiggestellt hatte, konnte er sich vor neugierigen Besuchern nicht mehr retten und mit der Ruhe war es dann nicht mehr weit her. Daher entschloss er sich, nach Haría zu ziehen, wo eine alte Villa, die seiner Schwester gehörte, restaurierte. In Haría liegt Manrique auch begraben. Er hat eines der wenigen Gräber, wie man sie auch hierzulande findet. Die meisten Friedhöfe auf Lanzarote haben keine ausgehobenen Gräber, sondern "lediglich" in den Stein gehauene "Fächer", die dann mit Steinplatten abgeschlossen werden. Das soll im Sommer nicht gerade zu einem guten Geruchsklima beitragen.

Der zweite Stopp war der Vogelpark "Tropical Park", welcher ganz in der Nähe des Aussichtspunktes "Mirador de Guinate" liegt. Der Park wurde 1990 von einem Engländer eröffnet und bietet soliden Vogelpark-Standard. Die Freiflugvoliere ist insbesondere für ambitionierte Fotografen interessant, die Papageienshow kann sich der niveauvolle Tourist bedenkenlos sparen.

Kanarisches Eichhörnchen
Schönhörnchen im Tropical Park bei Guinate

Freiflugvoliere Tropical Park Guinate

Nach dem Besuch im Tropical Park gingen wir noch zum nahegelegenen Mirador de Guinate. Nach Aussagen unserer Tourleiterin soll hier der Ausblick sogar noch besser sein als am Mirador del Rio. Dies konnten wir jedoch nicht bestätigen, da kurzfristig eine Nebelbank aufgezogen war und sich an den Felsen brach. Meine Vermutung ist sowieso, dass sie das nur gesagt hat, damit wir nicht zum Mirador del Rio wollten.

Mirador de Guinate
Mirador de Guinate in einer Nebelbank

Die obligatorische Mittagspause verbrachten wir in dem kleinen kanarischen Restaurant "Aviguey" in dem nördlich gelegenen Küstenstädtchen Punta Mujeres (1.100 Einwohner). Die Übersetzung dieses Namens lautet in etwa "Kap der Frauen", da sich früher hier die Frauen der Männer trafen, die lange Zeit auf See waren und in diesem Ort wieder erwartet wurden. Das Restaurant bot für uns Bustouristen zwei alternative Gerichte an: Ein Fischgericht und ein kanarisches Hühnchen mit einer pikanten Ingwersauce. Letzteres war wirklich sehr gut und eine willkommene Abwechslung zu der faden All-Inclusive-Kost im Hotel - übrigens ein Grund mehr, das nächste Mal ein Hotel mit Halbpension zu wählen.

Restaurant Aviguey in Punta Mujeres
Restaurant und Bar Aviguey in Punta Mujeres

Häuser in Punta Mujeres
Häuser in Punta Mujeres

Wir verbrachten die Mittagspause mit einigen Deutschen und Briten an einem Tisch (die Briten, wen wundert's haben den Fish mit Chips bestellt).

Anschließend sollte eine der Hauptattraktionen der Tour angesteuert werden, die Jameos del Agua. Dieses Höhlensystem liegt im Lavafeld des Volcan de la Corona und reicht bis zur Meeresküste unter den Wasserspiegel. Das Höhlensystem wurde maßgeblich von César Manrique mitgestaltet und ursprünglich als Hotel angelegt. Da jedoch zahlreiche hotelfremde Besucher ebenfalls diese Sehenswürdigkeit besuchten, beschloss die Inselregierung, ein frei zugängliches Natur- und Kulturzentrum aus der Anlage zu machen. Der Abstieg beginnt am Eingang über eine Wendeltreppe und man merkt sofort die Ruhe, die einen erwartet - auch wenn ca. 70 Mitreisende ebenfalls absteigen - die Massen verlaufen sich schnell bzw. sammeln sich am Wasserbecken des unterirdischen Sees. Wir nutzten die Gelegenheit und tranken zunächst einmal einen Kaffee und begaben uns in die andere Richtung. Dies ist im Übrigen äußerst lohnenswert, weil man so in eine beleuchtete Höhle blickt, welche am Grund glasklares Meerwasser enthält - je nach Tidengang mal mehr, mal weniger.

Jameos del Agua
Jameos del Agua - die weniger bedrängelte Seite, hinter der Cafeteria

Der unterirdische See ist mit Sicherheit eine der Hauptattraktionen der Jameos del Agua. In diesem ebenfalls glasklaren Wasser sind Albino-Krabben beheimatet, die sonst nur in ca. 2.000 Meter Tiefe vorkommen. Diese Krabben haben weder Farbe noch Augen, da sie diese in der dunklen Tiefsee normalerweise nicht brauchen. Derzeit forscht man noch, warum diese Art ausgerechnet hier an der Oberfläche vorkommen und sich auch vermehren. Um der Gesundheit dieser Tiere willen ist übrigens das Einwerfen von Münzen in das Becken verboten - die chemischen Prozesse bei der Zersetzung des Metalls schaden dem Stoffwechsel der Tiere.

Albino-Krabben in der Jameos del Agua
Albino-Krabben in der Jameos del Agua

Jameos del Agua
Unterirdisches Becken in der Jameo del Agua: Oben ein Gasaustrittsloch, unten die weißen Punkte sind die Albino-Krabben

Auf der anderen Seite des Beckens geht es durch eine interessante Vegetation wieder eine Ebene höher. Hier hat Manrique einen Swimming-Pool angelegt, in dem schon Rita Hayworth gebadet haben soll.

lanzarote (273 von 387)
Swimming-Pool in der Jameos del Agua

In der Grotte ist auch ein Konzertsaal untergebracht, der zum Zeitpunkt unseres Besuchs allerdings wegen Restaurierungsarbeiten geschlossen war. So blieb uns noch als weitere Station das Vulkanismuszentrum, welches in den obenliegenden Gebäuden untergebracht ist. Hier erfährt der geneigte Besucher einiges über die Geologie der kanarischen Insel und deren Zusammenhänge. Dabei wird man nicht mit Informationen überfrachtet, sondern den Verantwortlichen ist es gelungen, eine gute Mischung aus kompakter Information und wissenschaftlicher Zurücknahme zu erstellen.

Nach dieser beeindruckenden Station ging es nun mit dem Bus weiter Richtung Taro de Tahíche zur Fundacion César Manrique - dem ehemaligen Wohnhaus des kanarischen Künstlers. Diese Station steht offiziell nicht auf dem Tourplan, ist aber wohl mittlerweile als fester Bestandteil eingeplant. Der Eintritt ist trotz der Gruppenvergünstigung mit sieben Euro recht hoch. Nun kann man aber seine wohltätige Seite sprechen lassen und mit dem Gewissen, dass alles für einen guten Zweck ist, das Gebäude betreten.

Fundacion César Manrique
Fundacion César Manrique

Eingangstür Cesar Manrique
Eingangstür von César Manriques Haus

Manrique hat in seiner Villa ca. 1.800 qm Wohnfläche und das besondere an dem Gebäude ist, dass ein Großteil unterirdisch in fünf Lavablasen angelegt ist. Über Gasaustrittslöcher sind die Räume mit der Außenwelt verbunden und bekommen genügend Licht. Anders als die Außentemperatur ist es angenehm kühl - quasi eine natürliche Klimaanlage.

Lavablase
Wohnraum in der Fundacion César Manrique

lanzarote (292 von 387)
Blick in die Gartenanlage mit Pool in der Fundacion César Manrique

lanzarote (312 von 387)
Blick in den Innenhof

Gegen 17 Uhr war dieser Teil der Rundfahrt beendet und es ging wieder in den Süden der Insel. Zu diesem Zweck wechselten wir den Reisebus (es waren zwei Gruppen, die von Last Minute zu dieser Zeit an der Fundacion waren). So kamen wir noch in den Genuß eines anderen Reiseführer, der allerdings nicht so fremdsprachensicher war wie unsere Führerin zuvor.

Insgesamt war die Tour sehr lohnenswert. Es muss nicht immer eine Tour vom Reiseveranstalter sein, sondern man kann auch die lokalen Anbieter nutzen. An den Hotelrezeptionen lassen sich die unterschiedlichen Touren buchen - auch wenn das die offiziellen deutschen Reiseveranstalter, die ähnliche Touren anbieten, nicht gerne sehen.

Edited: Hier findet Ihr eine Fotogalerie der Tour.

|