Fotosession in Groningen
Besuch in Arrecife / Lanzarote
Strand in Arrecife, im Hintergrund das
einzige Hochhaus der Insel, ein Gran-Hotel
Man kann den Strand ganz
entspannt entlanglaufen, Richtung Gran-Hotel und
gelangt so auf die Promenade, wo häufig Märkte
stattfinden und auch die Touristeninformation
angesiedelt ist.
Markt an der Promenade, im Hintergrund die
Touristeninformation von Arrecife
Arrecife ist erst seit
1852 die Hauptstadt Lanzarotes und hat unsere
Erwartungen an eine Stadt im kanarischen Kolonialstil
nicht erfüllt. Vielmehr sind die Häuser alle jüngeren
Datums. Wir wanderten also weiter an der Promenade
entlang und genossen das strahlend blaue Wasser mit
dem noch blaueren Himmel. Ideale Einsatzbedingungen
für einen Pol-Filter, um die Stimmung genau
einzufangen. Mit etwas Übung kann man so die Blautöne
an den richtigen Stellen so verstärken, dass diese
dann auch genauso auf dem Sensor der Digitalkamera
ankommen wie sie in der Realität aussehen.
Weiter ging es zum Castillo de San Gabriel, welches
im 16. Jhd. zum Schutz vor Piratenüberfällen gebaut
wurde. Heute beherbergt es das archäologische Museum
von Arrecife. Allerdings war es geschlossen als wir
dort ankamen, was wohl an der Mittagszeit lag
(Siesta).
Castillo de San Gabriel in Arrecife
Das Castillo wird über
eine gemauerte Brücke erreicht und die Kanonen vor
dem Eingang zeigen auf die Einfahrt zur Bucht. So
kann man sich richtig gut vorstellen, wie es damals
zur Sache ging, als sich Piraten ankündigten, die
Stadt zu plündern. Nach diesem Abstecher begaben wir
uns wieder Richtung Zentrum (Calle de Castilla y
Leon). Dort setzten wir uns zunächst in ein nettes
Straßencafe und wir tranken zwei frischgepresste
Orangensaft - ein wahres Kontrastprogramm zu dem
Fraß
in unserer Drei-Sterne-Jugendherberge. Zu
dieser Tageszeit war es ratsam, sich im Schatten
aufzuhalten und es verwunderte nicht, dass man
keine Einheimischen antraf - es war eben
Siestazeit. Arrecife ist definitv keine
Touristenstadt und so waren die Straßen dann auch
relativ ausgestorben.
Wir drehten nach der Erfrischung weiter unsere Runde
und steuerten zunächst das Einkaufszentrum der City
an. Die oberen Etagen erreichte man nur über einen
Fahrstuhl, allerdings nur, wenn diese auch in Betrieb
sind. Dies war wohl zur Mittagszeit nicht der Fall.
Das war schon ein kleiner Reinfall, den wir dann aber
schnell verschmerzten. Hinter dem Centro Commercial
lag eine kleine Binnenhafenanlage, die sehr idyllisch
anzuschauen war (Aufnahmen mit dem Pol-Filter
machen!)
Eine weitere
Sehenswürdigkeit ist die Kirche Iglesia de San Ginés,
ebenfalls sehr in der Nähe gelegen.

Iglesia de San Ginés
Größere
Kartenansicht
Linktipps:
Lanzarote-Virtual.com
Wikipedia-Eintrag zu
Arrecife
Hotelbewertungen
zum Hotel Lanzasur (überwiegend zu Recht negativ)
Nordtour auf Lanzarote
In Puerto del Carmen angekommen stiegen wir dann in einen sehr neuen und gepflegten großen Reisebus um, der natürlich auch klimatisiert war. Sehr positiv überrascht waren wir von unserer Reiseleiterin, die fließend deutsch und englisch sprach. Nachdem nun aus allen Orten die Teilnehmer eingetroffen waren, ging es los.
Zunächst fuhren wir Richtung Tías, der Gemeindehauptstadt der gleichnamigen Gemeinde (Puerto del Carmen ist jedoch die größte Stadt, nicht zuletzt wegen der touristischen Ausrichtung). Es ging weiter nach San Bartolome, welches mit Tourismus so rein gar nichts mehr zu tun hatte - und von daher auch deutlich "ursprünglicher" ist als die Küstenstädte. Viele Häuser sind nicht so auf Hochglanz gebracht und man erahnt, wie die Einheimischen tatsächlich leben. Da wir an einem Feiertag die Tour fuhren, waren die Geschäfte alle geschlossen und das Alltagsleben war nicht so gut zu beobachten.
Nördlich von San Bartolomé liegt in einem Kreisverkehr das Bauerndenkmal "Monumento al Campesino" von César Manrique. Dieses Denkmal ist aus Trinkwasserkanistern alter Fischerboote gefertigt und angeblich soll man einen Bauern mit seinen traditionellen Helfern, einen Esel und ein Dromedar erkennen. Bis auf das Dromedar habe ich mir das auch vorstellen können.
Die Tour führte uns weiter durch Teguise, wo jeden Sonntag ein bekannter Markt stattfindet. Wir überlegten, ob wir dort auch hinfahren sollten, nahmen aber schnell davon Abstand, als unser Reiseführer auf kilometerlange Staus der Mietwagenkolonnen hinwies, die jedes Mal zu erwarten seien. So dringend war das "traditionelle" Bedürfnis dann auch nicht.
Links und rechts der Straße sieht man immer wieder akurat abgesteckte Felder, die mit schwarzer Lava aufgefüllt sind. Unser Tourguide erklärte, dass dies die einzige Möglichkeit sei, überhaupt Landwirtschaft zu betreiben. Der Lavasand speichert das bisschen Morgentau, so dass man Zwiebeln und Kartoffeln anbauen kann. Die meisten Bauern jedoch betreiben die Landwirtschaft nur noch zur Selbstversorgung und arbeiten ansonsten in den Touristenorten, z.B. als Kellner.
Dann gelangten wir zu unserer ersten Pausenstation am Mirador de Haría. Von hier aus hat man einen tollen Blick auf die Ost-Küste der Insel und auf die Stadt Haría - etwas nördlich des Aussichtspunktes.
Mirador de Haría: Blick auf die Ostküste und die
typischen schwarzen Lava-Felder der Landwirte
Nach einem kurzen
Aufenthalt mit der Möglichkeit, einen Kaffee zu
trinken, ging es weiter über Serpentinen nach Haría,
wo César Manrique seine letzten Lebensjahre verbracht
hatte. Als er seine Villa in Taro de Tahíche
fertiggestellt hatte, konnte er sich vor neugierigen
Besuchern nicht mehr retten und mit der Ruhe war es
dann nicht mehr weit her. Daher entschloss er sich,
nach Haría zu ziehen, wo eine alte Villa, die seiner
Schwester gehörte, restaurierte. In Haría liegt
Manrique auch begraben. Er hat eines der wenigen
Gräber, wie man sie auch hierzulande findet. Die
meisten Friedhöfe auf Lanzarote haben keine
ausgehobenen Gräber, sondern "lediglich" in den Stein
gehauene "Fächer", die dann mit Steinplatten
abgeschlossen werden. Das soll im Sommer nicht gerade
zu einem guten Geruchsklima beitragen.
Der zweite Stopp war der Vogelpark "Tropical Park",
welcher ganz in der Nähe des Aussichtspunktes
"Mirador de Guinate" liegt. Der Park wurde 1990 von
einem Engländer eröffnet und bietet soliden
Vogelpark-Standard. Die Freiflugvoliere ist
insbesondere für ambitionierte Fotografen
interessant, die Papageienshow kann sich der
niveauvolle Tourist bedenkenlos sparen.
Schönhörnchen im Tropical Park bei Guinate
Nach dem Besuch im
Tropical Park gingen wir noch zum nahegelegenen
Mirador de Guinate. Nach Aussagen unserer
Tourleiterin soll hier der Ausblick sogar noch besser
sein als am Mirador del Rio. Dies konnten wir jedoch
nicht bestätigen, da kurzfristig eine Nebelbank
aufgezogen war und sich an den Felsen brach. Meine
Vermutung ist sowieso, dass sie das nur gesagt hat,
damit wir nicht zum Mirador del Rio wollten.
Mirador de Guinate in einer Nebelbank
Die obligatorische
Mittagspause verbrachten wir in dem kleinen
kanarischen Restaurant "Aviguey" in dem nördlich
gelegenen Küstenstädtchen Punta Mujeres (1.100
Einwohner). Die Übersetzung dieses Namens lautet in
etwa "Kap der Frauen", da sich früher hier die Frauen
der Männer trafen, die lange Zeit auf See waren und
in diesem Ort wieder erwartet wurden. Das Restaurant
bot für uns Bustouristen zwei alternative Gerichte
an: Ein Fischgericht und ein kanarisches Hühnchen mit
einer pikanten Ingwersauce. Letzteres war wirklich
sehr gut und eine willkommene Abwechslung zu der
faden All-Inclusive-Kost im Hotel - übrigens ein
Grund mehr, das nächste Mal ein Hotel mit Halbpension
zu wählen.
Restaurant und Bar Aviguey in Punta Mujeres
Häuser in Punta Mujeres
Wir verbrachten die
Mittagspause mit einigen Deutschen und Briten an
einem Tisch (die Briten, wen wundert's haben den Fish
mit Chips bestellt).
Anschließend sollte eine der Hauptattraktionen der
Tour angesteuert werden, die Jameos del Agua. Dieses
Höhlensystem liegt im Lavafeld des Volcan de la
Corona und reicht bis zur Meeresküste unter den
Wasserspiegel. Das Höhlensystem wurde maßgeblich von
César Manrique mitgestaltet und ursprünglich als
Hotel angelegt. Da jedoch zahlreiche hotelfremde
Besucher ebenfalls diese Sehenswürdigkeit besuchten,
beschloss die Inselregierung, ein frei zugängliches
Natur- und Kulturzentrum aus der Anlage zu machen.
Der Abstieg beginnt am Eingang über eine Wendeltreppe
und man merkt sofort die Ruhe, die einen erwartet -
auch wenn ca. 70 Mitreisende ebenfalls absteigen -
die Massen verlaufen sich schnell bzw. sammeln sich
am Wasserbecken des unterirdischen Sees. Wir nutzten
die Gelegenheit und tranken zunächst einmal einen
Kaffee und begaben uns in die andere Richtung. Dies
ist im Übrigen äußerst lohnenswert, weil man so in
eine beleuchtete Höhle blickt, welche am Grund
glasklares Meerwasser enthält - je nach Tidengang mal
mehr, mal weniger.
Jameos del Agua - die weniger bedrängelte Seite,
hinter der Cafeteria
Der unterirdische See ist
mit Sicherheit eine der Hauptattraktionen der Jameos
del Agua. In diesem ebenfalls glasklaren Wasser sind
Albino-Krabben beheimatet, die sonst nur in ca. 2.000
Meter Tiefe vorkommen. Diese Krabben haben weder
Farbe noch Augen, da sie diese in der dunklen Tiefsee
normalerweise nicht brauchen. Derzeit forscht man
noch, warum diese Art ausgerechnet hier an der
Oberfläche vorkommen und sich auch vermehren. Um der
Gesundheit dieser Tiere willen ist übrigens das
Einwerfen von Münzen in das Becken verboten - die
chemischen Prozesse bei der Zersetzung des Metalls
schaden dem Stoffwechsel der Tiere.
Albino-Krabben in der Jameos del Agua
Unterirdisches Becken in der Jameo del Agua: Oben ein
Gasaustrittsloch, unten die weißen Punkte sind die
Albino-Krabben
Auf der anderen Seite des
Beckens geht es durch eine interessante Vegetation
wieder eine Ebene höher. Hier hat Manrique einen
Swimming-Pool angelegt, in dem schon Rita Hayworth
gebadet haben soll.
Swimming-Pool in der Jameos del Agua
In der Grotte ist auch
ein Konzertsaal untergebracht, der zum Zeitpunkt
unseres Besuchs allerdings wegen
Restaurierungsarbeiten geschlossen war. So blieb uns
noch als weitere Station das Vulkanismuszentrum,
welches in den obenliegenden Gebäuden untergebracht
ist. Hier erfährt der geneigte Besucher einiges über
die Geologie der kanarischen Insel und deren
Zusammenhänge. Dabei wird man nicht mit Informationen
überfrachtet, sondern den Verantwortlichen ist es
gelungen, eine gute Mischung aus kompakter
Information und wissenschaftlicher Zurücknahme zu
erstellen.
Nach dieser beeindruckenden Station ging es nun mit
dem Bus weiter Richtung Taro de Tahíche zur Fundacion
César Manrique - dem ehemaligen Wohnhaus des
kanarischen Künstlers. Diese Station steht offiziell
nicht auf dem Tourplan, ist aber wohl mittlerweile
als fester Bestandteil eingeplant. Der Eintritt ist
trotz der Gruppenvergünstigung mit sieben Euro recht
hoch. Nun kann man aber seine wohltätige Seite
sprechen lassen und mit dem Gewissen, dass alles für
einen guten Zweck ist, das Gebäude betreten.
Fundacion César Manrique
Eingangstür von César Manriques Haus
Manrique hat in seiner
Villa ca. 1.800 qm Wohnfläche und das besondere an
dem Gebäude ist, dass ein Großteil unterirdisch in
fünf Lavablasen angelegt ist. Über Gasaustrittslöcher
sind die Räume mit der Außenwelt verbunden und
bekommen genügend Licht. Anders als die
Außentemperatur ist es angenehm kühl - quasi eine
natürliche Klimaanlage.
Wohnraum in der Fundacion César Manrique
Blick in die Gartenanlage mit Pool in der Fundacion
César Manrique
Blick in den Innenhof
Gegen 17 Uhr war dieser
Teil der Rundfahrt beendet und es ging wieder in den
Süden der Insel. Zu diesem Zweck wechselten wir den
Reisebus (es waren zwei Gruppen, die von Last Minute
zu dieser Zeit an der Fundacion waren). So kamen wir
noch in den Genuß eines anderen Reiseführer, der
allerdings nicht so fremdsprachensicher war wie
unsere Führerin zuvor.
Insgesamt war die Tour sehr lohnenswert. Es muss
nicht immer eine Tour vom Reiseveranstalter sein,
sondern man kann auch die lokalen Anbieter nutzen. An
den Hotelrezeptionen lassen sich die
unterschiedlichen Touren buchen - auch wenn das die
offiziellen deutschen Reiseveranstalter, die ähnliche
Touren anbieten, nicht gerne sehen.
Edited: Hier findet Ihr eine Fotogalerie der
Tour.
